Wer durch das zentrale Hochland Sri Lankas reist, findet hier mehr als nur schöne Aussichten. Die Teeplantagen erzählen von einer langen Tradition, vom Blatt bis zur Tasse. Im Somerset Tea Estate im Dimbula-Tal erleben Besucher, wie sorgfältig die zarten Teeblätter täglich von Frauen gepflückt werden.
Reise-Kurzüberblick
Im zentralen Hochland Sri Lankas können Reisende ausführliche Führungen durch Teeplantagen und Fabriken erleben, inklusive Teeverkostung. Frauen pflücken die Blätter in Schichten, Besucher sehen die Arbeit direkt vor Ort. Kleine Hotels wie Langdale by Amaya bieten ruhige Erholung inmitten der Plantagen.

Der Weg vom Blatt zur Tasse
Die Somerset Tea Factory liegt mitten in einer der ältesten Tee-Anbauregionen des Landes. Eine Führung zeigt die zehn Schritte, die frische grüne Blätter in den bekannten Pekoe-Tee verwandeln. Man sieht Stationen wie das Welken, Rollen, Fermentieren, Trocknen und Sortieren. Besonders der Welkraum fällt auf: Hier verlieren die Blätter Feuchtigkeit, und die Luft ist erfüllt von einem frischen, grasigen Duft.
Nach der Fabrikbesichtigung folgt eine Verkostung unter Anleitung der leitenden Mitarbeiter. Tee probiert man hier mit einer speziellen Schlürftechnik, ähnlich wie Wein, um Aroma, Körper und Qualität genau zu beurteilen. So bekommt man ein besseres Gefühl dafür, was den „Pure Ceylon Tea“ ausmacht.
Die Frauen, die den Tee pflücken
Das Pflücken der Teeblätter übernehmen hauptsächlich Frauen, die gezielt die Knospen und die nächsten zwei Blätter auswählen, um beste Qualität zu sichern. Im Somerset Estate sind es über 800 Frauen, die in Schichten arbeiten und bestimmte „Morgen-“, „Mittags-“ und „Abend“-Blätter ernten. Moderne, leichte Körbe haben die traditionellen geflochtenen ersetzt und erleichtern die körperlich anspruchsvolle Arbeit.
Besucher können die Pflücktechnik beobachten und sehen, wie die Ernte zweimal täglich gewogen wird. Der direkte Kontakt mit den Beschäftigten gibt einen Einblick in das Leben der Menschen hinter jeder Tasse Tee.

Tee und soziales Engagement
Das Somerset Estate unterstützt Familien vor Ort mit Kinderbetreuung und Gesundheitsangeboten. Die MJF Charitable Foundation, verbunden mit dem Unternehmen, betreibt Programme zu Bildung, HIV-Aufklärung und Umweltschutz. Wer sich für die soziale Seite der Teeindustrie Sri Lankas interessiert, erfährt bei einem Besuch mehr über diese Initiativen.
Entspannen in den Hügeln: Langdale by Amaya
Nach den Plantagen bietet das Boutique-Hotel Langdale by Amaya südlich von Nuwara Eliya eine ruhige Unterkunft. Mit nur dreizehn Zimmern herrscht eine intime Atmosphäre. Das Hotel verfügt über Spa-Angebote und die einzigen Gras-Tennisplätze des Landes. Umgeben von üppigen Teeplantagen und Wasserfällen ist es ein idealer Ort, um nach Ausflügen abzuschalten.
Das Personal ist aufmerksam, ohne aufdringlich zu sein. Die Küche serviert lokale und internationale Gerichte, darunter authentische sri-lankische Spezialitäten. An regnerischen Abenden macht es Spaß, es sich drinnen gemütlich zu machen, während tagsüber Spaziergänge durch die Plantagen locken.
Tipps für den Besuch im Teegebiet
- Ein Besuch im Teemuseum in Kandy vermittelt den historischen Hintergrund.
- Die Zugfahrt durch die Hügel ist besonders reizvoll, wenn man einen Platz am Waggontür-Fenster wählt.
- Übernachtungen in den Bergorten ermöglichen ein entspanntes Tempo und ausreichend Zeit für Landschaft und Klima.
- Ausflüge zum Adams Peak oder den Botanischen Gärten von Nuriya Ella bieten Abwechslung und Naturerlebnisse.
- Eine geführte Tour durch eine Teefabrik und ein Anwesen bringt die Produktionsschritte näher.
Wer die Küche liebt, findet Inspiration bei Sri Lankas Koch Peter Kuruvita, dessen Rezepte und Videos die kulinarischen Traditionen und die Teekultur der Insel lebendig machen.
Was Reisende wissen sollten
Besucher sollten Führungen und Verkostungen auf Teeplantagen wie Somerset vorab buchen, da die Plätze begrenzt sind. Die Teepflückerinnen arbeiten in Schichten über den Tag verteilt. Boutique-Hotels in der Region sind klein und beliebt, frühzeitige Reservierungen sind ratsam.
Reisetipp
Bei der Zugfahrt durch das Hochland lohnt es sich, Plätze nahe der Waggontüren zu wählen, um freie Sicht auf die Teeplantagen zu haben.

