Im Galle Fort an Sri Lankas Südwestküste gibt es ab sofort einen neuen Blickwinkel für Besucher. Der bekannte Cricketspieler Kumar Sangakkara und seine Frau Yehali haben fast zwanzig Jahre darin investiert, eine historische Villa innerhalb der Festungsmauern zu restaurieren. Aus einem stark verfallenen Haus wurde ein Wohnhaus, das den vielschichtigen Charakter des Forts wahrt und zugleich modernen Komfort bietet.
Reise-Kurzüberblick
Galle Fort ist ein lebendiges Viertel mit vielen historischen Gebäuden, die noch genutzt werden. Die restaurierte Villa von Kumar Sangakkara ist privat, steht aber symbolisch für die lokale Denkmalpflege. Besucher sollten das Fort zu Fuß erkunden, besonders rund um den Sonnenuntergang, um die Atmosphäre und Architektur voll zu erleben.

Lebendige Geschichte mitten im Galle Fort
Das Galle Fort steht seit 1988 auf der UNESCO-Welterbeliste und ist bekannt für seine Mischung aus europäischer Kolonialarchitektur und südasiatischen Einflüssen. Ursprünglich im 16. Jahrhundert von den Portugiesen errichtet, wurde es später von den Holländern und Briten erweitert. Heute ist das Fort ein lebendiger Stadtteil mit engen Gassen, alten Stadtmauern und einer Mischung aus Wohnhäusern, Geschäften und Cafés.
Während die meisten Besucher die historischen Mauern und den Leuchtturm besichtigen, zeigt Sangakkaras Villa, wie denkmalgeschützte Gebäude hier behutsam für das moderne Leben nutzbar gemacht werden können, ohne ihren Charakter zu verlieren.
Vom Verfall zum Zuhause
Als die Sangakkaras die Villa 2008 kauften, war sie stark renovierungsbedürftig. Statt einfach zu modernisieren, arbeiteten sie mit den Architekten Jeevan D’Souza und Murad Ismail sowie der Innenarchitektin Annika Fernando zusammen, um möglichst viel der ursprünglichen Bausubstanz zu erhalten. Verwitterte Wände, Korallenstein und die Patina vergangener Jahrzehnte blieben sichtbar, um den historischen Charme zu bewahren.
So entsteht im Inneren ein Dialog zwischen alten Oberflächen und klaren, modernen Details – ein Spiegelbild der Geschichte des Galle Forts selbst.
Eine ungewöhnliche Designlösung
Eine besondere Herausforderung war eine große Skulptur des sri-lankischen Künstlers Prageeth Manohansa. Da das Kunstwerk nach der Renovierung nicht mehr durch die Türen passte, wurde es vor Baubeginn ins Haus gebracht und die Villa darum herum errichtet. Dieses Vorgehen verdeutlicht die Philosophie des Projekts: sich an das Vorhandene anpassen, statt es zu überformen.

Was die Villa heute bietet
Die restaurierte Villa verfügt über vier Schlafzimmer, drei Innenhöfe und einen Dachpool mit Blick auf den Leuchtturm von Galle und den Indischen Ozean. Drinnen treffen zeitgenössische Einrichtung, Antiquitäten und originale Architektur aufeinander – ein Zuhause, das Geschichte spürbar macht und zugleich zeitgemäß wirkt.
Für Reisende ist die Villa ein Beispiel dafür, dass das Galle Fort kein Museum ist, sondern ein lebendiger Stadtteil, in dem Menschen wohnen, arbeiten und ihr Erbe pflegen. Das Projekt entspricht den Vorgaben der UNESCO für Denkmalpflege, die eine behutsame Nutzung bei Erhalt der Authentizität empfiehlt.
Galle Fort mit neuen Augen entdecken
Wer das nächste Mal das Fort besucht, sollte bei Sonnenuntergang die Stadtmauern entlangspazieren, durch die schmalen Gassen schlendern und genau hinsehen: Die Architektur erzählt von portugiesischem, holländischem und britischem Einfluss, verbunden mit lokalen Traditionen.
Sangakkaras Villa zeigt, wie historische Gebäude weiterleben können – indem sie alte Spuren bewahren und zugleich Raum für Neues schaffen.
Was Reisende wissen sollten
Das Galle Fort ist keine reine Sehenswürdigkeit, sondern ein bewohntes Viertel mit engen Straßen und historischen Bauwerken. Die restaurierte Villa von Kumar Sangakkara ist nicht öffentlich zugänglich, verdeutlicht aber die Wertschätzung des kulturellen Erbes. Für den Rundgang sind bequeme Schuhe empfehlenswert, da die Straßen oft uneben sind. Sonnenhut mitnehmen, denn im Fort gibt es wenig Schatten.
Reisetipp
Bequeme Schuhe sind ein Muss für die unebenen Pflastersteine im Galle Fort. Ein Sonnenhut schützt bei der Erkundung der offenen Plätze und Gassen vor der Sonne.

